Alles Logo oder was?

Die Wahlen sind vorbei, die Cüpli geleert, die Wunden geleckt. Und einen langen Wahlkampf lang lachten uns von Plakaten, Prospekten und Inseraten nicht nur Köpfe an, sondern auch die Logos der Parteien. Einige davon wollen wir nun einer kritischen Betrachtung unterziehen:

Formal überzeugend und doch mit konträren Ansätzen kommen die Logos der Grünen und der CVP daher. Weiterlesen...

Schlechter Witz

Kennen Sie den? Eine Politikerin fragt ihren Kollegen: «Was sagten Sie neulich in Ihrer Rede zur Reform der Altersvorsorge?» «Nichts.» «Das ist mir klar, aber wie haben Sie es formuliert?» – Ein typischer Witz halt, nicht wirklich unlustig, aber auch nicht der Brüller. Die Altersvorsorge ist ja gerade wieder in aller Munde, und langsam erscheint mir das Thema integral als schlechter Witz.

Da Weiterlesen...

Zum Heulen

Ich kenne einen Teenager, nennen wir ihn Max Muster, der hat eine Strafanzeige am Hals. Strafanzeige! Was hat Max denn verbrochen? Ladendiebstahl? Raub gar, einer alten Frau die Handtasche entrissen? Oder doch Drogenhandel? Nein, nichts von alldem: Er wurde dreimal ohne Billett im Zug erwischt.

Max ist ein Schussel, er vergisst am Morgen quasi, sich die Schuhbändel zu binden. Und das Billett zu Weiterlesen...

Der Stern des Weisen?

Passend zur Weihnachtszeit will ich mich heute mit dem Stern befassen. Jedoch nicht mit jenem von Bethlehem, sondern mit dem Stern, dem wir Linke seit einigen Jahren zunehmend begegnen, auch ab und zu im P.S.: dem so genannten Genderstern. Ich mag ihn nicht, er stört mich beim Lesen, aber ist das ein Grund, ihn abzulehnen? Das Gleiche sagten die SprachpuristInnen ja in den 80er-Jahren auch über Weiterlesen...

Idylle

Meine Leiche
Deine Leiche
Liegen lautlos auf dem Teiche
Frösche tanzen
Wasserpflanzen
Streicheln zärtlich uns den Bauch
Fliegen fliegen
Scheine Trügen
Voller Mond ist aufgestiegen
Leise singen
Geisterstimmen
Deine Stimme, meine auch

Alles ganz einfach!

Auf dem Weg zu Mutters Geburtstag bin ich spät dran und hechte Richtung Bahnhof. Vier Minuten bleiben bis zur Abfahrt, doch am Automaten steht eine ältere Frau und kämpft mit der Benutzerführung. Womöglich hat sie gerade festgestellt, dass sie weder nach Basel SBB, Lugano, Solothurn oder Wetzikon noch zum Flughafen Zürich muss und hintersinnt sich nun, ob «Andere Verbindungen» zum Ziel führt Weiterlesen...

Von Äckern und Strassen

In den letzten Monaten habe ich viel Zeit für die Wohnungssuche aufgewendet und durfte dabei auch zweimal Wohnungen in der Saumackerstrasse besichtigen. Leider hat es dort nicht geklappt, denn, so sagte ich mir, es gäbe wohl die eine oder andere Bekannte aus meiner Vergangenheit, die es sehr passend fände, mich bei den Saumackern versorgt zu sehen.

Dieses amüsante Wortspiel hatte ich mir seither Weiterlesen...

Die Rache des Killer-Trams

«Kntschkwää», krächzte es aus dem Lautsprecher, und Eingeweihte wussten sofort: Die nächste Haltestelle hieß «Museum für Gestaltung».

«Kntschkwää, Kntschkwää!», dachte das Tram Nr. 13 bei sich, «Lemablötz, Quäle, Damwä, Eschewiblötz. Jeden Tag zwanzigmal das Gleiche. Kntschkwää, Kntschkwää, Scheiße!». Und es beschloss, diesmal nicht anzuhalten.

Der Tramführer erlebte natürlich den Schreck seines Lebens, als keine Bremse mehr funktionierte, ja nicht mal die Notbremse. So versuchte er mit der Leitstelle Kontakt aufzunehmen, aber auch das Funkgerät ging nicht. Eigentlich ging überhaupt nichts mehr. Und im Passagierraum machte sich Unruhe breit, als der Wagen mit steigender Geschwindigkeit auf den Limmatplatz zubrauste.

Dem Tram Nr. 13 aber begann es Spaß zu machen. «Lllemablötz», sagte es durch die Lautsprecher, fuhr mit Siebzig über die Kreuzung und nahm dabei eine Einkaufstasche, ein Motorrad und das Rücklicht vom 32er mit.

Am Escher-Wyss-Platz schrie es lachend «Eschewiblötz, nach Höngg bitte umschteigen!» und fuhr geradeaus. Die Passagiere erwürgten unterdessen den Tramführer. Immer weiter, immer schneller, die ganzen Jahre der Unterdrückung, der Fremdbestimmung, des immer brav Türchen-auf-Türchen-zumachens kamen dem Tram nun hoch, und es spürte die Wut und die Befreiung. «Euch zeig ichs, haha. Wrrrdhölzli, Ääntschtazion!», hätten die Passagiere hören können, aber die hatten alle schon mindestens einen Herzinfarkt.

Ein Sprung aus den Schienen, und mit 180 auf die N1, mitten auf der Fahrbahn, mit Bleifuß auf der Rasselglocke, rammte es mal links ein Cabrio, mal rechts einen Lastwagen, und ließ sich durch nichts aufhalten.

Erst auf dem Rastplatz Pratteln kam das Tram außer Atem zum Stehen. Sofort stand es wieder ganz auf dem Boden der Realität. «Wenn ich jetzt zurückgehe», dachte es, «werde ich mindestens verschrottet».

So überquerte es in Basel illegal die Grenze und ging nach Berlin in den Untergrund. Gerüchte sagen, es sei mittlerweile führendes Mitglied der «Roten Straßenbahn-Befreiungsarmee» geworden, aber eben, die Gerüchte. Wahrscheinlicher ist, dass es jetzt als stinknormale Untergrundbahn in Berlin lebt und jeden Tag dreißigmal «Aleksandablötz» krächzt.