Am Tag, als der Regen kam, setzte ich mich nach langer Abstinenz wieder einmal ins Tram, pflichtbewusst mit der Maske im Gesicht. Und musste feststellen, dass ich damit zu einer kleinen Minderheit gehöre, obwohl die Leute wieder dicht an dicht sitzen. Nun ist es ja allgemein bekannt, dass man mit der Maske weniger sich selbst schützt, sondern vor allem die anderen vor sich
Richtig und Falsch
In diesen Corona-Zeiten zeigen so manche ein neues Gesicht. Auch geschätzte KumpelInnen, die sonst für das Wutbürgertum nur ein müdes Lächeln übrig haben, ziehen in den «sozialen» Medien plötzlich gehässig über all jene vom Leder, die ihre Ansichten nicht teilen. Es ist erstaunlich und betrüblich, wieviele Leute genau zu wissen meinen, was richtig und falsch
Superhelden-Missverständnis
Es rief einst der Batman den Superman an.
Er sprach: «Grüß dich, Superman, Batman ist dran.»
«Ach, ist der jetzt dran», missverstand Superman,
«gut, sind Superhelden auch dran, dann und wann!»
«Nicht dran bin ich», sprach Batman, «ich bin nur dran!»
«Ach du bists», rief Superman, und lief rot an,
«ich hatte gedacht, jemand anders wär
Alles Logo oder was?
Die Wahlen sind vorbei, die Cüpli geleert, die Wunden geleckt. Und einen langen Wahlkampf lang lachten uns von Plakaten, Prospekten und Inseraten nicht nur Köpfe an, sondern auch die Logos der Parteien. Einige davon wollen wir nun einer kritischen Betrachtung unterziehen:

Formal überzeugend und doch mit konträren Ansätzen kommen die Logos der Grünen
Schlechter Witz
Kennen Sie den? Eine Politikerin fragt ihren Kollegen: «Was sagten Sie neulich in Ihrer Rede zur Reform der Altersvorsorge?» «Nichts.» «Das ist mir klar, aber wie haben Sie es formuliert?» – Ein typischer Witz halt, nicht wirklich unlustig, aber auch nicht der Brüller. Die Altersvorsorge ist ja gerade wieder in aller Munde, und langsam erscheint mir das Thema integral als schlechter Witz.
Apropos Witz
«Bademeister überlegt, ob er Ertrinkenden rettet oder ob das Schlepperei wäre», titelte am Montag die satirische Internet-Publikation «Der Postillon» und räsonnierte ausgiebig darüber, ob das Retten Ertrinkender nicht erst die Badenden animiere, sich in gefährliche Situationen
Käse und Rührei
An diesem Morgen verspürte Henry van Culo das unbändige Bedürfnis, einen Wagen zu Schrott zu fahren. Also kaufte er bei einem Gebrauchtwagenhändler ein rotes, schnelles Auto und fuhr es zu Schrott. Danach fühlte er sich besser und stückte früh.
Zum Heulen
Ich kenne einen Teenager, nennen wir ihn Max Muster, der hat eine Strafanzeige am Hals. Strafanzeige! Was hat Max denn verbrochen? Ladendiebstahl? Raub gar, einer alten Frau die Handtasche entrissen? Oder doch Drogenhandel? Nein, nichts von alldem: Er wurde dreimal ohne Billett im Zug erwischt.
Max ist ein Schussel, er vergisst am Morgen quasi, sich die Schuhbändel zu
Der Stern des Weisen?
Passend zur Weihnachtszeit will ich mich heute mit dem Stern befassen. Jedoch nicht mit jenem von Bethlehem, sondern mit dem Stern, dem wir Linke seit einigen Jahren zunehmend begegnen, auch ab und zu im P.S.: dem so genannten Genderstern. Ich mag ihn nicht, er stört mich beim Lesen, aber ist das ein Grund, ihn abzulehnen? Das Gleiche sagten die SprachpuristInnen ja in
Idylle
Deine Leiche
Liegen lautlos auf dem Teiche
Frösche tanzen
Wasserpflanzen
Streicheln zärtlich uns den Bauch
Fliegen fliegen
Scheine Trügen
Voller Mond ist aufgestiegen
Leise singen
Geisterstimmen
Deine Stimme, meine auch
