Falls Sie als langjährige:r P.S.-Leser:in meine Kolumnen zum Thema Gendersprache herausgerissen und aufbehalten haben (was Sie ja gewiss alle tun!*), werden Sie beim Wiederlesen feststellen, dass sich gewisse Dinge an meiner Einstellung dazu über die Jahre entwickelt haben. Das Thema ist ja auch enorm komplex, und alle, die behaupten, es sei ganz einfach, man müsse
Schlagwort: Sprachkritik
Diskriminierungsminimierung
Mensch, ist unsere Kommunikation heute kompliziert und unentspannt!
Als Faust in Goethes gleichnamigem Drama um Gretchen wirbt, will sie wissen: «Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?» Wer sich also zu jener Zeit einer braven Frau als attraktiven Mann präsentieren wollte, musste sich einen gläubigen Habitus zulegen. Heute ist dies etwas anders; die Gretchenfrage
Der Stern des Anstosses
Der Erfolg der nonbinären Person Nemo am grossen Liederwettbewerb hat die Kommentator:innen vor neue Herausforderungen gestellt. Viele haben sich redlich Mühe gegeben, sich inklusiv auszudrücken und Pronomen zu vermeiden. Das klingt umständlich, und viele Dinge sind auf diese Weise gar nicht wirklich sagbar, da uns die Formen dafür fehlen. «Nemo hat gewonnen, weil
Abgezockt
«Abzockerei!» zwängelen die Initiant:innen der «Halbierungsinitiative» angesichts der Radio- und Fernsehgebühren von jährlich 335 Franken, die sie gern auf 200 Franken halbiert haben möchten. Darum, dass sie anscheinend nicht rechnen können, geht es hier aber nicht. Das SRF soll dann weitere Angebote abbauen, die die Privaten ja angeblich via Pay-TV weit besser
Korrekt gendern
Letzte Woche sorgte das Thema des gendergerechten Sprachgebrauchs mal wieder für ein Aufrührchen; die Gratispresse vermeldete, dass es an der Universität St. Gallen (HSG) bei Prüfungen Abzug gebe, wenn nicht korrekt gegendert werde. Nun, gegen den Punkteabzug ist nichts einzuwenden, schliesslich dürfen wir von Studierten die Fähigkeit zu einem bewussten Sprachgebrauch
Der Stern des Weisen?
Passend zur Weihnachtszeit will ich mich heute mit dem Stern befassen. Jedoch nicht mit jenem von Bethlehem, sondern mit dem Stern, dem wir Linke seit einigen Jahren zunehmend begegnen, auch ab und zu im P.S.: dem so genannten Genderstern. Ich mag ihn nicht, er stört mich beim Lesen, aber ist das ein Grund, ihn abzulehnen? Das Gleiche sagten die SprachpuristInnen ja in
Marken-MurX reloaded
Haben Sie den «Magazin»-Artikel über die DatensammlerInnen von Cambridge Analytica gelesen, die sowohl den Brexit wie Donald Trump über die Hürden der Demokratie gehievt haben wollen? Ich auch. Und haben Sie sich aufgeregt? Ich auch. Über einen kleinen, unscheinbaren Satz, der mein Weltbild zunderobsi brachte: «Die Feinkörnigkeit der Anpassung geht hinunter bis
