Wieviel Staat?

In einer Replik auf meine letzte Kolumne kritisierte der Autor meine etwas zugespitzte Aussage, die Liberalen würden am liebsten den Staat abschaffen: Die Frage, die sie stellen, sei nicht, ob wir einen Staat brauchen, sondern wieviel Staat wir brauchen. Damit hat er natürlich recht. Schon in meiner Jugendzeit in den 80er-Jahren warb die FDP mit dem Slogan «Mehr Freiheit – weniger Staat». Weiterlesen...

Pazifismus und Narzissmus

Ich bin Pazifist, das gehört zu meiner Selbstidentifikation schon seit ich als Teenager begann, über Politik nachzudenken. Selbstverständlich habe ich 1989 für die Abschaffung der Armee gestimmt und seither auch gegen jede Rüstungsvorlage. Aber langsam weiss ich nicht mehr, was richtig und falsch ist.

Ich wohnte einige Jahre lang in einer idyllischen Liegenschaft mit drei Wohnungen, einem Nebengebäude, Weiterlesen...

Mietenklau

In den letzten 18 Jahren haben die Mieter:innen in der Schweiz insgesamt 100 Milliarden (!) Franken zu viel Mietzins bezahlt, im vergangenen Jahr allein 10,6 Milliarden, das entspricht einem Viertel des gesamten Mietzinsvolumens. Während die Kosten der Vermieter:innen seit 2005 um 5,3 Prozent gesunken sind, sind die Mieten um 24,8 Prozent angestiegen. Wie das Büro für Arbeits- und sozialpolitische Weiterlesen...

Und die Aktionäre?

«Erspartes verloren: Wut bei den Kleinanlegern ist gross», titelte «20 Minuten» am 21. März. Das ist nachvollziehbar, immerhin verlieren durch den Untergang der Credit Suisse wohl viele Menschen ihre Ersparnisse. Ist die Wut dieser Leute auch berechtigt? Immerhin sind sie als Miteigentümer:innen der Bank zumindest formell mitverantwortlich für das Debakel. Trotzdem gehen sie nicht leer aus; Weiterlesen...

Gewinner:innen

Viele Leute nehmen an, ich sei in der SP, da ich ja im P.S. Kolumnen schreibe, oder in der AL, da man mich oft an Punkkonzerten antrifft, oder dann aber doch bei den Grünen. Dass ich das alles nicht bin, hängt wohl auch damit zusammen, dass ich mich nicht für die eine oder andere Partei entscheiden könnte; gewiss aber ist es eine Folge meiner Frustration über die Realpolitik. Die Leute spinnen Weiterlesen...

Extremist:innen

Als die SP Schweiz in ihrem Parteiprogramm 2010 wiederum die Überwindung des Kapitalismus zu einem ihrer expliziten Ziele erklärte, ging ein Raunen durch den Blätterwald. 1982, als die vorherige Fassung des Parteiprogramms formuliert wurde, gab es noch die Ostblock-Länder, in denen der Sozialismus als Alternative zum Kapitalismus (angeblich) real existierte, aber 2010? Da war der Kapitalismus Weiterlesen...

Zeit der Widersprüche

Der Zug, in den ich mich letzten Samstag in Winterthur setzte, kam aus München. Im Abteil neben mir unterhielt sich eine Familie in einer osteuropäischen Sprache, als ein Mann mit einer gelben Weste durch den Zug ging und sie auf Englisch fragte, ob sie aus der Ukraine kämen. «Es gibt einen Welcome-Service beim Zürcher Hauptbahnhof», informierte er sie. Das ist super, aber noch mehr super Weiterlesen...

Aktionärsverantwortung

Am vergangenen 29. November haben wir über die Konzernverantwortungsinitiative abgestimmt und dank der Sperrminorität der rückständigen Kleinkantone knapp verloren. Zwei Tage zuvor hätte in Novara ein Prozess gegen den Schweizer Industriellen Stephan Schmidheiny stattfinden sollen; wegen Covid-19 wurde dieser aber auf kommenden Juni verschoben. Der italienische Asbestzement-Hersteller Eternit Weiterlesen...

Alles Logo oder was?

Die Wahlen sind vorbei, die Cüpli geleert, die Wunden geleckt. Und einen langen Wahlkampf lang lachten uns von Plakaten, Prospekten und Inseraten nicht nur Köpfe an, sondern auch die Logos der Parteien. Einige davon wollen wir nun einer kritischen Betrachtung unterziehen:

Formal überzeugend und doch mit konträren Ansätzen kommen die Logos der Grünen und der CVP daher. Weiterlesen...

That’s the way, aha aha…

… I like it, aha aha, klingt es aus dem Teenagerzimmer. Ein glücklicher Teenager erfüllt immer auch den Stiefvater mit Glücksgefühlen, selbst wenn genau diese Melodie meist eher ein Anzeichen für Schadenfreude ist als für quasi unschuldige Ausgelassenheit. Auch mein Alltag gibt ja derzeit diverse Anlässe zur Freude: Natürlich die Abstimmungsresultate, dann Holdener, Feuz und Aerni, schliesslich Weiterlesen...